Sonderanträge

Für einige Bewerber könnte sich durch einen Sonderantrag die Chance auf den begehrten Studienplatz erheblich erhöhen. An diese Sonderanträge, die zusätzlich zum eigentlichen Zulassungsantrag gestellt werden, sind jedoch strenge Voraussetzungen geknüpft. Nur wenige, schwerwiegende Gründe werden als Sonderfall eingestuft.

Wir kennen die Hürden für Sonderanträge und prüfen für Sie im Vorfeld die Erfolgsaussichten Ihres Antrags. Des Weiteren sind wir Ihnen bei der Formulierung der Gründe und bei der Zusammenstellung geeigneter Nachweise behilflich. Gegebenenfalls legen wir Rechtsmittel gegen ablehnende Entscheidungen ein.

Im Bewerbungsverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung auf www.hochschulstart.de können folgende Sonderanträge gestellt werden:

1. Härtefallantrag

In anerkannten Härtefällen werden Studienbewerber ohne Berücksichtigung anderer Auswahlkriterien direkt zum Studium zugelassen. Hierfür werden im Hochschulstart-Bewerbungsverfahren bis zu zwei Prozent der Studienplätze vorgehalten.

Zu den möglichen Gründen zählen

  • besondere gesundheitliche Gründe (z.B. Krankheit mit Verschlimmerungstendenz oder Behinderung, die einen sofortigen Studienbeginn erfordern)
  • besondere familiäre oder soziale Gründe (nicht bei finanziellen Schwierigkeiten, Unterhaltspflichten etc.)
  • Spätaussiedlung
  • frühere Zulassung und (z.B. krankheitsbedingte) Verhinderung

Die besondere Ausnahmesituation muss so schwerwiegend sein, dass Ihnen ein verzögerter Studienbeginn nicht zugemutet werden kann. Wichtig ist, dass die Gründe in Ihrer Person vorliegen, von Ihnen nicht zu vertreten sind und zum Zeitpunkt der Antragstellung bestehen. Schließlich müssen Sie die Gründe durch geeignete Unterlagen nachweisen.

Erfahrungsgemäß schaffen es nur die wenigsten Anträge, als Härtefall anerkannt zu werden. Nicht zuletzt wegen der geringen Quote von 2 % liegt die Messlatte für Härtefallanträge sehr hoch.

2. Ortsantrag

Bei der Studienortentscheidung berücksichtigt Hochschulstart bestimmte soziale Kriterien, z.B. Schwerbehinderung, gemeinsame Wohnung mit Ehegatte oder Kind. Im Antrag auf bevorzugte Berücksichtigung des ersten Studienortwunsches (Ortsantrag) können darüber hinaus weitere Gründe für eine zwingende Bindung an den Wunschstudienort geltend gemacht werden.

Allein die Anerkennung des angeführten Grundes führt jedoch noch nicht zur Zulassung am gewünschten Ort. Lediglich bei der Vergabe in der Wartezeitquote und nachrangig in der Abiturbestenquote spielt der Ortsantrag eine Rolle. Im Auswahlverfahren der Hochschulen ist er ohne Belang.

3. Nachteilsausgleich

Der Antrag auf Nachteilsausgleich zielt ab auf die Verbesserung

  • der Durchschnittsnote oder
  • der Wartezeit.

Voraussetzung für den Antrag ist ein besonderer persönlicher Grund, der Sie daran gehindert hat, eine bessere Abiturnote zu erreichen oder Ihre Studienberechtigung früher zu erwerben. Hierzu zählen z.B.

  • besondere soziale Umstände (Krankheit, Schwerbehinderung, Schwangerschaft etc.)
  • besondere familiäre Umstände (Versorgung eigener Kinder, Verlust eines Elternteils, mehrmaliger Schulwechsel etc.).

Die Anforderungen an die Antragsbegründung sind hoch. Durch Schulzeugnisse, ein schulisches Gutachten und ärztliche Stellungnahmen muss nachgewiesen werden, wie sich der Umstand konkret auf die Durchschnittsnote oder die Schuldauer ausgewirkt hat.

In den hochschulinternen Auswahlverfahren können meist ähnliche Anträge gestellt werden. Einzelheiten sind bei der jeweiligen Hochschule zu erfragen.

Kontakt

Wenn Sie sich für eine Beratung durch einen Rechtsanwalt zum Thema Härtefallantrag, Ortsantrag oder Nachteilsausgleich interessieren, rufen Sie uns unverbindlich auf unserer Infoline 0800/8181555 an. Sie können uns selbstverständlich aber auch per E-Mail bzw. über unser Kontaktformular erreichen.