Studium ohne Abitur

Bisher noch weitgehend unbekannt: Auch beruflich Qualifizierten ist es seit einiger Zeit möglich ein Studium ohne Abitur oder Fachabitur aufzunehmen. In den einzelnen Bundesländer gelten unterschiedliche Voraussetzungen. Besonders beruflich qualifiziert ist beispielsweise, wer eine mehrjährige Berufsausbildung absolviert und in dem Beruf der Ausbildung mindestens drei Jahre gearbeitet hat oder wer über einen Meisterbrief in einem Handwerk verfügt. Diese und vergleichbare Qualifikationen berechtigen in einigen Bundesländern zum Studium in entsprechenden Fachrichtungen (d.h. die berufliche Tätigkeit muss in einer entsprechende Verbindung zum Studienfach stehen). In anderen Bundesländern sind beruflich Qualifizierte zum Studium in allen Fachrichtungen berechtigt.

Allgemein bedarf es einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung und einer sich daran anschließenden mehrjährigen beruflichen Tätigkeit. Zusätzlich werden jedoch Beratungs- oder Eignungsgespräche, Zugangsprüfungen oder ein Probestudium verlangt. Die einzelnen Voraussetzungen sind dabei nicht nur in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Zum Teil ist es auch den Hochschulen erlaubt festzusetzen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Grundsätzlich das Gleiche gilt für diejenige, die eine besondere berufliche Weiterbildung abgeschlossen haben, wie Meister oder Techniker. Für diese Gruppe bestehen jedoch Sonderregelungen. So wird regelmäßig auf eine Zugangsprüfung verzichtet und nur in Ausnahmefällen bedarf es eines Probestudiums. Auch ist ihre Hochschulzugangsberechtigung regelmäßig umfangreicher.

Zugangsprüfung

Die Zugangsprüfung besteht in der Regel aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Thematisch bezieht sich diese Prüfung auf für das Studium erforderliche allgemeine und fachliche Kenntnisse. Einzelheiten ergeben sich aus den jeweiligen Landesregelungen. Grundsätzlich ist diese Prüfung an der Hochschule zu absolvieren, an der auch studiert werden soll.

Probestudium

Das Probestudium soll dazu dienen, die Studierfähigkeit des Bewerbers zu testen. Das Probestudium kann bis zu vier Semester dauern. Wann eine Probestudium erfolgreich ist, hängt vom jeweiligen Landesrecht ab.

Beratungs- oder Eignungsgespräch

In den Beratungs- oder Eignungsgesprächen wird der Bewerber in Bezug auf das Studium beraten und es wird geprüft, ob er die nötigen persönlichen Voraussetzungen zur erfolgreichen Absolvierung eines Studiums mitbringt. Zum Teil dienen diese Gespräche auch dazu, anhand der vorliegenden Qualifikationen die Note festzulegen, auf deren Grundlage der Studienbewerber an der Vergabe der Studienplätze teilhaben kann.

Umfang der Hochschulzugangsberechtigung

Leider ist die Hochschulzugangsberechtigung für beruflich Qualifizierte nicht umfassend. Nur für Meister und Techniker besteht überwiegend die Möglichkeit des uneingeschränkten Hochschulzugangs. Im Übrigen wird häufig zwischen einem Universitätsstudium und einem Fachhochschulstudium unterschieden. Auch eröffnet die berufliche Qualifikation zum Teil nur den Weg zu einem fachgebundenem Hochschulstudium. Das heißt, zwischen der erlangten beruflichen Qualifikation und dem angestrebten Studium muss ein hinreichender fachlicher Zusammenhang bestehen.

Hochschulkapazitäten für Studium ohne Abitur

Die Zahl der Studienplätze für Studierende ohne Abitur ist zum Teil reglementiert. Sollte trotz entsprechender Qualifikation kein Studienplatz zugeteilt werden, bietet sich eine Studienplatzklage an.

Kontakt

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