Medizinstudium - Wechsel aus dem Ausland nach Deutschland

Die meisten derjenigen, die ein Medizinstudium im Ausland begonnen haben, streben nach einigen Semestern einen Wechsel nach Deutschland an, um ihr Studium an einer deutschen Hochschule fortzusetzen. Der Wechsel sollte rechtzeitig geplant werden, da die Bewerberkonkurrenz stetig steigt. Die Approbationsordnung für Ärzte sieht vor, dass Studienleistungen aus dem Ausland auf ein inländisches Studium angerechnet werden können.

Studienorte Medizin im Ausland

Im Studiengang Humanmedizin bieten folgende Hochschulen ein Medizinstudium für ausländische Studierende an:

Studium auf Deutsch:

Österreich: Graz, Innsbruck, Krems (Bachelor/Master), Linz, Salzburg, Wien (kein Wechsel nach Deutschland); Ungarn: Budapest, Pécs, Szeged (nur im vorklinischen Studienabschnitt)

Studium auf Französisch:

Belgien: Mons, Liege, Namur, Louvain; Rumänien: Bukarest, Iasi, Arad, Cluj;
Luxemburg (Bachelor)

Studium auf Russisch:

Litauen: Kaunas

   

Studium auf Englisch:

Bulgarien: Pleven, Plovdiv, Sofia, Varna; Italien: Bari, Mailand, Neapel, Pavia, Rom (kein Wechsel nach Deutschland); Kroatien: Split, Zagreb; Lettland: Riga; Litauen: Kaunas, Vilnius; Polen: Wroclaw/Breslau, Bialystok, Bydgoszcz, Gdansk, Katowice, Kraków, Lodz, Olsztyn, Poznan, Szczecin/Stettin, Warschau; Rumänien: Arad, Bukarest, Cluj, Constanta, Iasi, Oradea, Targu Mures, Timisoara; Slowakei: Bratislava, Kosice, Martin; Spanien: Valencia (Wechsel nach Deutschland erschwert); Tschechien: Prag, Pilsen, Brno/Brünn, Hradec Králove/Königgrätz, Olomouc; Ungarn: Debrecen, Szeged

Anrechnungsbescheid

Für die Immatrikulation in Deutschland ist ein Anrechnungsbescheid vorzulegen. Die Anrechnung von Studienleistungen im Studiengang Medizin ist grundsätzlich bei der zuständigen Behörde desjenigen Bundeslandes zu beantragen, in dem der Studienplatzbewerber geboren wurde. Eine Ausnahme gilt für Bewerber, die in Brandenburg, Bremen oder im Ausland geboren wurden. Für diese ist das Landesprüfungsamt Nordrhein-Westfalen zuständig. Informationen zu den Prüfungsämtern erhalten Sie auf der Internetseite des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) www.impp.de.

Unser Video-Tutorial

Wichtiger Hinweis: Der Anrechnungsbescheid muss noch nicht zum Ablauf der jeweiligen Hochschuldirektbewerbungsfrist im regulären Vergabeverfahren bzw. zum Zeitpunkt der Stellung der außerkapzitären Hochschulanträge vorliegen und kann später nachgereicht werden.

Anrechnung von Studienleistungen aus dem Ausland

Bezüglich der Anrechnung von Studienleistungen, die im Ausland erbracht wurden, gibt es unterschiedliche Erfahrungen.

Vorklinik:

Für den vorklinischen Studienabschnitt gilt: In der Regel wird nach einem Jahr Auslandsstudium ein Fachsemester angerechnet, so dass dann ein Wechsel nach Deutschland in das zweite vorklinische Fachsemester möglich ist.

Aktuell gibt es jedoch bei einigen deutschen Landesprüfungsämtern Probleme mit der Anrechung von Studienleistungen aus Prag.

Bezüglich der Universität Split erfolgt die Anrechnung eines Fachsemesters künftig durch das Landesprüfungsamt Düsseldorf erst nach zwei Jahren.

Klinik - Anrechung des Physikums:

Unkompliziert gestaltet sich die Anrechung des Physikums derzeit nach einem Auslandsstudium in Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Auch bezüglich der Anrechnung des Physikums von Rückkehrern aus Riga und Litauen (Kaunas, Vilnius) wurden uns aktuell keine Probleme berichtet.

Achtung! Der reguläre Stundenplan in Split ist so ausgestaltet, dass der Kurs im Fach „Medizinische Psychologie und Soziologie“ erst im dritten Studienjahr angeboten wird. Dieser Schein ist jedoch Voraussetzung für die Anerkennung des Physikums. Daher wird das Physikum bei einem regulären Verlauf des Auslandsstudiums in Split frühestens nach drei Jahren anerkannt!

Bei einem Studium in Wroclaw/Breslau könnte es künftig auch dazu kommen, dass die Anrechnung des Physikums erst nach fünf Fachsemestern erfolgt. Grund ist ebenfalls die späte Durchführung der Kurse in der "Medizinischen Psychologie und Soziologie". Dieser Kurs soll für einige Studierende künftig erst im 5. Fachsemester angeboten werden, was zu einer Verzögerung beim Wechsel führt.

Auslandsstudium im klinischen Studienabschnitt:

Als Richtlinie gilt, dass sieben klinische Scheine, die vergleichbar mit den Anforderungen der Approbationsordnung für Ärzte sind, zur Anrechnung eines Fachsemesters führen.

Erfolgsaussichten einer Studienplatzklage

Noch vor nicht allzu langer Zeit erhielt jeder Bewerber für das 5. Fachsemester (1. klinisches Fachsemester) zügig den begehrten Studienplatz, notfalls im Wege einer Studienplatzklage in die Medizin-Klinik. Mittlerweile konkurrieren immer mehr Rückkehrer aus dem Ausland mit den Absolventen von Medizin-Teilstudienplätzen aus dem Inland um die raren Studienplätze im klinischen Studienabschnitt. Daher hat sich die Situation zuletzt verschärft, weil die Zahl der Ortswechsler aus dem Ausland im klinischen Studienabschnitt stetig ansteigt. Bislang konnten wir dennoch der Mehrzahl unserer Mandanten spätestens im zweiten Durchgang zu einem Studienplatz verhelfen. Eine Garantie auf einen klinischen Studienplatz können wir jedoch seriöserweise nicht geben.

Überlegen Sie sorgfältig, ob Sie das Studium im Ausland bis zum jeweiligen Physikum fortsetzen möchten, oder ob Sie nicht bereits im vorklinischen Studienabschnitt einen Wechsel nach Deutschland anstreben. Wir raten zu einem frühzeitigen Wechsel. Falls Sie zunächst das Physikum im Ausland absolvieren, kann es zu Wartezeiten kommen. Eine Fortsetzung des Studiums im Inland auf einem klinischen Studienplatz ist aufgrund der hohen Bewerberzahl nicht mehr problemlos möglich. Ziehen Sie deshalb ein Studienplatzklageverfahren schon in die Vorklinik in Betracht und lassen Sie sich rechtzeitig durch uns beraten.

Soweit Sie das Physikum bereits absolviert haben, empfehlen wir für die Dauer der Studienplatzklagen im Ausland zu bleiben, da die Verfahren einige Zeit in Anspruch nehmen, bis sie abgeschlossen sind. 

Optimieren Sie Ihre Studienplatzklage Medizin (Wechsel aus dem Ausland)

  • Anrechnungsbescheid: Verschaffen Sie sich über anrechenbaren Leistungen aus Ihrem bisherigen Studium Klarheit bei dem für Sie zuständigen Prüfungsamt (www.impp.de) und beantragen Sie zügig einen Anrechnungsbescheid.
  • Hochschulranking: Orientieren Sie sich bei der Auswahl der zu verklagenden Universitäten an unserem Hochschulranking zu den Erfolgsaussichten einer Studienplatzklage in die Medizin-Vorklinik / 2. - 4. Fachsemester. Dieses Ranking lassen wir Ihnen Ende August / Anfang September 2019 für das Wintersemester 2019/20 zukommen.
  • Optimal klagen + Kosten begrenzen: Beschränken Sie sich bei der Auswahl der zu verklagenden Universitäten möglichst nicht auf nur eine Universität. Andererseits sind Studienplatzklageverfahren in gerade Semester gegen mehr als 10 Universitäten und Studienplatzklageverfahren in ungerade Semester gegen mehr als 5 Universitäten nicht sinnvoll. Es werden anderenfalls zwangsläufig Universitäten verklagt, an denen vorhersehbar keine Erfolgsaussichten gegeben sind. Setzen Sie zusätzliches Geld besser für eine Studienplatzklagekombination aus Winter- und Sommersemester ein.

Kontakt

Wenn Sie sich für eine Studienplatzklage in die Medizin (Wechsel aus dem Ausland in höhere Fachsemester) interessieren, rufen Sie uns unverbindlich auf unserer Infoline 0800/8181555 (kostenfrei im Festnetz) an. Sie können uns zum Thema Medizin-Studienplatz einklagen selbstverständlich aber auch per E-Mail bzw. über unser Kontaktformular erreichen. Oder Sie füllen gleich unser Formular für Interessenten einer Studienplatzklage aus. Unser Formular steht Ihnen wahlweise als Online-Formular oder als pdf-Formular zur Verfügung: